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Die Concordia auf internationalem Parkett

Freiburger Nachrichten – Freitag, den 7. Juli 2017

Als erstes Freiburger Blasorchester hat die Concordia eine Einladung zum World Music Contest im niederländischen Kerkrade erhalten. Sie tritt dort in zwei Wochen in der höchsten Kategorie, der Konzertklasse, gegen Formationen aus ganz Europa an.

«Die Concordia ist ein Orchester, das Herausforderungen braucht und das besonders gut arbeitet, wenn es für einen bestimmten Anlass bereit sein muss.» Das sagt Dirigent Jean-Claude Kolly über das offizielle Musikkorps der Stadt Freiburg, das er seit 1993 leitet. Einer solchen Herausforderung stellt sich die Concordia, wenn sie am 22. Juli vor der Jury des World Music Contest im niederländischen Kerkrade spielt. Sie tritt bei dem hochkarätigen internationalen Wettbewerb für Blasorchester in der höchsten Kategorie, der sogenannten Konzertklasse, gegen zwölf andere Formationen aus ganz Europa an. Im Gegensatz zu den anderen Kategorien funktioniert die Konzertklasse, die in etwa dem Niveau der Schweizer Höchstklasse entspricht, auf Einladung. Die Concordia hat als erstes Freiburger Ensemble eine solche Einladung erhalten. «Das ist eine grosse Anerkennung für unsere Arbeit», so Kolly.


Ein einstündiges Konzert

Musikalisch sei der Auftritt eine grosse Aufgabe, sagt der Dirigent. Im Gegensatz zu den anderen Kategorien und zu anderen Wettbewerben müssen die Orchester nicht einzelne Stücke, sondern ein einstündiges Konzertprogramm spielen, und das ausdrücklich mit hohem Schwierigkeitsgrad. Das Problem sei nicht das Repertoire, das habe die Concordia im Griff, so Kolly. «Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die Qualität der Darbietung während einer Stunde aufrechtzuerhalten.» Dabei tritt die Concordia nicht nur gegen andere Amateurorchester, sondern auch gegen halbprofessionelle oder professionelle Ensembles wie die Banda Sinfónica La Armónica de Buñol aus der spanischen Provinz Valencia an. Mit achtzig Musikerinnen und Musikern gehöre die Concordia zu den kleineren Formationen im Wettbewerb, sagt Jean-Claude Kolly, doch das müsse nicht unbedingt ein Nachteil sein.
Mit einem reinen Schweizer Programm will die Concordia die Jury in Kerkrade überzeugen. «Es gibt viele gute Schweizer Komponisten; das wollen wir in Holland zeigen», erklärt Kolly. So hat die Concordia eigens für den Anlass beim Freiburger Komponisten Jean-François Michel ein Werk in Auftrag gegeben, die dreisätzige Sinfonie «Colors of live». Diese wird umrahmt von zwei Werken des Komponisten Oliver Waespi: Zum einen spielt die Concordia das «Divertimento», das Aufgabestück vom Eidgenössischen Musikfest 2011 in St. Gallen, zum anderen den dritten Satz aus «Out of Earth», dem Selbstwahlstück vom Eidgenössischen Musikfest 2016 in Montreux. Als zusätzliches künstlerisches Element hat Kolly jedem der insgesamt acht Sätze des Programms eine Farbe zugeordnet und das Konzert unter das Motto «Regenbogen» gestellt. «Das Reglement verlangt einen roten Faden, und der Regenbogen passt gut, weil er auch im Logo des Wettbewerbs vorkommt», so der Dirigent.

«Das Beste geben»

Um sich auf den Wettbewerb vorzubereiten, habe die Concordia, die zweimal wöchentlich probt, nicht unbedingt mehr, aber intensiver gearbeitet als sonst, erzählt Jean-Claude Kolly. «Solche Anlässe sind für die Musiker eine grosse Motivation. Das macht die Arbeit auch für den Dirigenten angenehm.» Er selber setze sich gerne für solche Projekte ein, weil er Routine vermeiden und sich selbst und die Musiker stets infrage stellen wolle. So sei die Teilnahme am Wettbewerb von Kerkrade die logische Folge nach den beiden zweiten Plätzen der Concordia am Kantonalen Musikfest von 2015 und am Eidgenössischen Musikfest von 2016. Die Bewertung der Jury sei dabei am Ende gar nicht so wichtig, betont Kolly. «Entscheidend ist, dass wir das Beste geben und selber mit unserer Leistung zufrieden sind.»

Öffentliches Vorbereitungskonzert
So., 9. Juli, um 20 Uhr in der Aula der Universität Miséricorde, Freiburg (zusammen mit dem Sinfonischen Blasorchester Bern, dem zweiten Schweizer Vertreter im Konzertklasse-Wettbewerb in Kerkrade).


Zahlen und Fakten – Wichtigstes Festival für Blasmusik

Der World Music Contest in Kerkrade (NL) findet seit 1951 alle vier Jahre statt und gilt als wichtigstes internationales Festival für Blasmusik. Er bietet Wettbewerbe für Blasorchester, Perkussions­ensembles sowie Marsch- und Showbands in verschiedenen Kategorien. Die Konzertklasse, in der die Concordia antritt, ist die höchste Kategorie. Die 18. Ausgabe des Wettbewerbs findet vom 6. bis zum 30. Juli 2017 statt; die Organisatoren erwarten über 20 000 Teilnehmer.

Carole Schneuwly



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