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Ein Vierteljahrhundert Jean-Claude Kolly

Freiburger Nachrichten – Montag, den 5. Februar 2018

Am Galakonzert des offiziellen Musikkorps der Stadt Freiburg, La Concordia, drehte sich vieles um das 25-Jahr-Jubiläum des Dirigenten Jean-Claude Kolly. Daneben sorgten aber auch Überraschungen für einen hohen Unterhaltungswert.

Am Samstagabend lud die Harmonie La Concordia unter dem Motto «C’est la Fête» ins Equilibre ein. Grund zum Feiern gab es genug: Mit 25 Jahren hält Jean-Claude Kolly bereits den Rekord als dienstältester Dirigent in der modernen Geschichte des Vereins.

Den musikalischen Anfang machte das gemeinsam mit den Kadetten vorgetragene «Magic Overture», das durch seine voluminösen Stellen auch gleich die Gelegenheit bot, die Instrumente warmzuspielen. Das «Concerto pour percussion» stand daraufhin ganz im Zeichen des Perkussionisten Yves Kolly, dem 24-jährigen Sohn des Dirigenten. Gekonnt wechselte er zwischen den verschiedenen vor dem Orchester aufgereihten Schlaginstrumenten, darunter Kesselpauken, Xylofon und grosser Trommel, und entlockte diesen gefühlvoll die verschiedensten Klänge unter anderem mithilfe origineller Techniken, wie dem Streichen eines Bogens über die Metallstäbe eines Xylofons.

Nach der Pause wartete eine kleine Überraschung. Bei abgedunkelter Bühne machte sich Performancekünstler Franck Bouroullec während «Rainbow Overture» mit weisser Farbe an einer zwei Meter hohen Leinwand zu schaffen. Was vorerst nach ungeplanten und zufällig wirkenden Farbplatzierungen aussah, änderte sich spätestens, als die Leinwand um hundertachtzig Grad gedreht und zur Verwunderung des Publikums plötzlich ein Porträt von Kolly sichtbar wurde. «Windows of the World» stand darauf schliesslich unter der Ägide des Düdingers und Assistenten von Kolly, Matthias Schwaller. Verschiedene Klangkulissen nahmen dabei das Publikum mit auf eine kleine Weltreise. Vom südamerikanischen Regenwald mit seinen vielfältigen Geräuschen ging es dabei nach Japan und von dort aus nach Afrika und über Grossbritannien in die Jazzclubs der USA.

Mit «De Caï» folgte das musikalisch wohl anspruchsvollste Stück des Abends, das die Musikgesellschaft mit Bravour meisterte. Ein Cajon setzte dabei einen pulsierenden, sich durchs ganze Stück ziehenden Rhythmus, über dem sich ein wiederkehrendes Blechbläserthema mit technisch schwierigen Klarinetten-, Querflöten-, Trompeten- sowie Xylofonsoli abwechselte. In den Tuttis gelang dem Orchester dabei ein weitgehend einwand­freies, rhythmisch genaues Zusammenspiel, das dem Applaus zufolge offensichtlich auch das Publikum zu beeindrucken vermochte. Mit «Festa Criolla», das Stilelemente aus kubanischer Musik sowie Ragtime verbindet, folgte schliesslich der Abschluss mit dem einzigen nicht zeitgenössischen Stück des Abends.

Jan Hoefliger



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