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Von der Blaskapelle zum Harmonieorchester

Freiburger Nachrichten – Freitag, den 14. Dezember 2018

1883 wurde die Concordia Freiburg als einfache Blaskapelle gegründet; heute ist sie offizielle Stadtmusik und ein Blas­orchester der Höchstklasse. In einem Buch zeichnet der Historiker Michel Charrière die Geschichte des Orchesters nach.

Seit 135 Jahren gibt es die Concordia, das offizielle Blasorchester der Stadt Freiburg; seit 25 Jahren steht sie unter der Leitung des Dirigenten Jean-Claude Kolly. Der Historiker Michel Charrière hat dies zum Anlass genommen, um die Geschichte des Orchesters in einem Buch aufzuarbeiten. Dabei richtet er ein besonderes Augenmerk auf die Dirigenten, die das Ensemble im Laufe seiner langen Geschichte prägten. Jeder von ihnen habe der Concordia mit seiner Persönlichkeit und seiner Arbeit den Stempel aufgedrückt, schreibt Charrière. Angereichert ist der 156-seitige Band, der in Zusammenarbeit mit der Société d’histoire du canton de Fribourg erschienen ist, mit Fotografien von Charly Rappo aus den letzten Jahren. In stimmungsvollen Schwarz-Weiss-Bildern hat er Szenen von Konzerten und von Proben eingefangen, gibt einen Einblick hinter die Kulissen und zeigt die Emotionen une die Leidenschaft der Musikerinnen und der Musiker – und immer wieder ihres Dririgenten Jean-Claude Kolly.

Bilder Charly Rappo

Katholische Wurzeln

Im sorgfältig recherchierten Text von Michel Charrière (das Buch ist nur in französischer Sprache erhältlich) erfahren die Leserinnen und Leser viel Wissenswertes über die Concordia.

Diese entstand zu einer Zeit, als überall in der Schweiz ähnliche Musikformationen mit patriotisch-militärischer Ausrichtung gegründet wurden: In den Jahrzehnten nach der Gründung des Bundesstaates 1848 ging es darum, die nationale Identität und den inneren Zusammenhalt des Landes zu festigen. Die Wurzeln der Concordia liegen im Cercle de la Concorde, einem katholischen Zirkel, der 1882 im Auquartier gegründet wurde, um den Menschen und speziell den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anzubieten. Ein Jahr später, 1883, wurde der Zirkel um eine Bläsergruppe ergänzt, um die Attraktivität zu steigern: Die Concordia war geboren.

Bilder Charly Rappo

Offizielle Stadtmusik

Wie aus der bescheidenen Blaskapelle ein sinfonisches Blasorchester der Höchstklase wurde, das national und international erfolgreich ist, zeichnet Michel Charrière in drei Teilen nach: der Gründungszeit (1883-1903), der Zeit der Fanfare mixte oder Metallharmonie (1907-1993) und der Zeit des Harmonieorchesters (seit 1993). 1938 erhielt die Concordia den Status als offizielle Stadtmusik. „Die Concordia trägt zur Identität der Stadt und ihrer Bewohner bei“, schreibt der Autor im Buch. „Sie ist eng verbunden mit der Geschichte und mit der Kultur ihrer Stadt“

Carole Schneuwly



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